Auf dem Weg aufs Land

Nach Shenzhen wollte ich eigentlich so schnell wie möglich nach Wuyuan, einer mir völlig unbekannten Gegend in der Jiangxi Provinz. Da aber dies transporttechnisch nicht ganz einfach war, da in China im Juli gerade Sommerferien sind und somit viele Züge schon ausgebucht waren, musste ich einen Umweg über Xiamen machen. Da ich die Stadt beim letzten Mal sehr gerne mochte, und fast zwei Wochen dort verbracht hatte, habe ich mich entschlossen, noch einen Tag dort zu verweilen.

Abendstimmung in Xiamen

Da ich das meiste „touristische Zeug“ schon gemacht hatte, wollte ich ein bisschen meinen alten Spuren nachgehen, und schauen, wie sich die Stadt verändert hat.  Klar, es gibt neue Häuser und überall wird gebaut, aber wo in China ist das nicht so? Den Charme hat die Stadt aber nicht verloren. Der einzige Enttäuschende unterschied war, dass das leckere Xiao Long Bao-Restaurant einem seltsamen Kitsch-Laden weichen musste, und ich somit nicht mehr in den Genuss dieser Köstlichkeiten kam.
Trotzdem mangelte es auf keinem Fall an leckerem Essen. Ich ging zum Beispiel zurück in das muslimische Restaurant, wo ich schon mal war, und konnte dort erneut ein wunderbares Mahl essen. Ausserdem habe ich mit einer Frau namens Ping Ping, welche ich durch Zufall kennengelernt hatte, ein sehr köstliches chinesisches Essen gegessen.

Muslimisch-Chinesisches Essen

Das Abendessen mit Ping

Was immer noch gleich gut war – jedoch mit anderem Namen – war die Brauerei der zwei Deutschen. Früher hiess sie noch „Amoy Bräu“, jetzt heisst es „Fat Fat Beer Horse“. Obwohl ich den Namen grässlich finde, ist das Bier immer noch sehr gut.

Eigentlich wollte ich endlich noch auf Gulangyu gehen: Die letzte verbleibende Touristenattraktions Xiamens, welche ich noch nie besucht hatte. Als ich aber herausfand, dass sich der Preis für Ausländer von 8 auf 80 Yuan (Chinesen zahlen immer noch 8…) verzehnfacht hat, verzichtete ich darauf, und ging in den Zhongshan-Park. Zum Laufen war es sowieso viel zu heiss.

Nach dieser tollen Zeit in dieser wirklich tollen Stadt nahm ich frühmorgens den BRT-Bus, welcher mich in etwas über einer Stunde an die High-Speed-Railway-Station brachte. Ich war schon völlig verschwitzt, als ich in den Zug einstieg, da ich die ganze Busfahrt stehen musste. Nach ungefähr 4.5 Stunden kam ich in Wuyuan an. Während der Zugfahrt fiel mir auf, wie unglaublich schön die Landschaft der Jiangxi Provinz ist: Teeplantagen, Hügel und kleine Dörfer – Sehr idyllisch. Ich habe versucht, aus dem Zug ein paar Fotos zu schiessen, was bei 300km/h etwas schwierig war…

Nachdem ich in Wuyuan ankam, musste ich dann zuerst mal eine Horde Taxifahrer abwimmeln und nahm den Bus, welcher mich zu der Provinz-Bushaltestelle brachte. Von dort aus nahm ich dann einen anderen Bus, welcher mich nach Xiao Likeng brachte: Ein kleines, ruhiges Dorf auf dem Lande.
Ich habe gelesen, dass es furchtbar mit Chinesischen Tourgruppen überlaufen sei… Dies war jedoch nicht der Fall, und es war alles schön ruhig. Ich war sehr froh, ein paar Brocken Chinesisch zu sprechen, denn hier sprach niemand ein Wort Englisch. Dennoch wurde ich im Hotel sehr herzlich empfangen. Nachdem ich meine Wäsche von Hand gewaschen hatte, schlenderte ich ein bisschen durch das Dörfchen.

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